Die Model-Mutti Heidi Klum bläst in Berlin
zum Finale von Germany’s Next Topmodel. Die Quoten sind gut, die Stimmung ist es auch.
Eine
Frage, die Models in Not bringen müsste. „Warum glaubst du, dass du Germany’s Next
Topmodel werden solltest?“ Die vier Finalistinnen halten ihre Mikrofone
in ruhigen Händen. Sie kennen die möglichen Antworten, sie haben ihre
Vokabeln gelernt.
Diese Frage hat Heidi Klum ihnen in den letzten
Wochen häufig gestellt. Richtige Antworten bislang: 1.) Weil es mein
Traum ist und ich es wirklich will. 2.) Weil ich wandelbar bin. 3.) Weil
ich eine gute Entwicklung gemacht habe 4.) Weil ich Persönlichkeit
habe.
Über die Jahre hat sich
Klum das Image einer strengen Richterin erarbeitet, als Sadistin,
KZ-Kommandeuse wurde sie bezeichnet. Ob die Kandidatinnen in den letzten
Wochen im eiskalten Wasser standen oder sich mit Höhenangst eine Wand
abseilten, Klum schrie: „Na, hast du Spaß?“ „Ganz doll“, lautet die
richtige Antwort.
An diesem Donnerstag findet in Mannheim das
Finale der achten Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ im Programm von
ProSieben statt. Gerade befinden sich die Kandidatinnen im
Trainingscamp.
Sie proben, zum Beispiel, wie sie
als Roboter über den
Laufsteg gehen.Wenn die Kandidatinnen übereinander sprechen, sagen sie, wie Klum: „ Das
Mädchen muss noch lernen, seine Persönlichkeit zu zeigen.“
Achseln, die
länger als einen Tag nicht rasiert wurden, sind für alle ein „
absolutes No-Go“.
„Megahammersupergeil“, sagt Heidi Klum. Grund für den
Erfolg sei die Strategie, „closer“ zu werden, „näher dran an Heidi,
näher an den Mädchen“.
Kristina zum Beispiel hatte Kopfläuse.
Guidine
auch, aber vor der Kamera wollte sie das nicht zugeben.
In der vergangenen
Folge hatten die Kandidatinnen Überraschungsbesuch von ihren Ehemännern in
der Modelvilla. Fünf Kerle in kurzen bunten Hosen sollen sagen, warum
sie ihre Frauen lieben. Eine Frage, für die auch sie
Vokabelkärtchen gebraucht hätten. Mit stimmbrücherner Stimme stammelt
einer etwas von Zuneigung und Vertrauen, gemeinsam lachen. Der andere
sagt, dass die
Ursel lieb ist. Einer dekoriert das Schlafzimmer mit Rosen, einer singt zur Gitarre, einer kocht einen
deftigen Ofenkäse.
Die Männer erinnern den Zuschauer, wie alt
die Kandidatinnen sind. Hatte man vergessen, als sich
Guidine völlig
nackt am Strand von Hawaii fotografieren ließ oder
Angela bei
einem Unterwassershooting gelassen einen Ammenhai, der sich in ihrem
Kleid verheddert hatte, befreite.
Weitergekommen und im Finale sind:
Kristina, Ursula, Angela und Guidine.
Angela gilt als Favoritin. Ein New Yorker Modelagent hat ihr Gesicht
„One-Million-Dollar-Face“ genannt, sie hat einen wichtigen „Job“
bekommen,
Werbung für den Rasierer Venus und dass, obwohl sie ihre Beine
nicht mag.
Guidine, sagt Klum in Berlin, sei „editorial“, bei
Kristina erwähnt sie mehrfach, dass sie vom Land kommt.
Wenn Heidi heute eine Frage nicht
beantworten will, sagt sie: „Seid doch nicht so deutsch. Ich war wohl zu
lange weg.“
Das rät die Klumsche auch den Finalistinnen nach der Sendung.
„Koffer packen, im Ausland neu anfangen.“ Möglichst weit weg!
(frei nach
Tagesspiegel vom 27.5.2013)